2021

Podiumsdiskussion: Epigenetik – Die Sprache der Gene

Mit neuem Wissen gegen Erkrankung und Trauma?

18:30

Futurium Forum, Alexanderufer 2, 10117 Berlin

Die Epigenetik liefert einen neuen Zugang zur Bedeutung und Nutzung unserer
Gene. Epigenetische Prägungen erfolgen in Form von biologischen „Extra“-Markierungen
der Gene, die die Steuerung derselben nachhaltig prägen. Vieles deutet
darauf hin, dass verschiedenste alltägliche Umweltfaktoren Einfluss auf die
nächste Umgebung und Funktionsweise der Gene haben. Hierzu zählen neben
chemischen und hormonellen Einflüssen die Ernährung, körperliche Aktivität, Luftqualität,
die Wirkung von Drogen, aber auch psychosoziale Faktoren wie Freude,
Krankheit, Stress, Armut und soziale Benachteiligung. Welche Bedeutung hat die
Epigenetik für das Verständnis von schweren Krankheiten wie Alzheimer, Krebs
oder Infektionskrankheiten? Hilft epigenetisches Wissen, um diesen entgegenzuwirken?
Was passiert, wenn die Regulierung der Gene durch traumatische Ereignisse
gestört wird? Vererben wir mehr, als wir denken wie z. B. Auswirkungen unserer
Lebensweise und Erfahrungen? Und ist die Forschung aussagekräftig und belastbar
genug, um Forderungen nach veränderter Lebensweise und anderen gesellschaftlichen
Verhältnissen damit zu verknüpfen sowie Individuen und Gesellschaft
eine Verantwortung für die Gesundheit künftiger Generationen zuzuschreiben?

Die Professor:innen Isabelle Mansuy, Jörn Walter und Eva Winkler erläutern die
Relevanz der Epigenetik für das Verständnis von Erkrankungen und Traumata. Sie
diskutieren auch, welche Bedeutung neue Erkenntnisse zur Epigenetik für die Zukunft
haben könnten. Im Anschluss stehen die Referent:innen dem Publikum noch
für Fragen zur Verfügung.

Eine Veranstaltung der interdisziplinären Arbeitsgruppe Gentechnologiebericht der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Futurium.

Anmeldung online unter www.futurium.de/de/veranstaltungen Restkarten vor Ort.

PROGRAMM

Epigenetik und Erkrankungen 

  • Jörn Walter (Professor für Genetik an der Universität des Saarlandes, Mitglied der Academia Europaea, London; Stellv. Vorsitzender des Internationalen Humanen Epigenom Konsortiums IHEC; Mitglied der IAG Gentechnologiebericht.)

Eine neue biologische Perspektive auf den Einfluss der Lebenserfahrungen unserer Vorfahren auf unsere Gesundheit

  • Isabelle Mansuy (Professorin für Neuroepigenetik an der ETH Zürich und Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften.)

Epigenetik und ihre ethische Debatte

  • Eva Winkler (Heisenberg-Professorin für Translationale Medizinethik an der Universität Heidelberg; Oberärztin in der Medizinischen Onkologie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen, Universitätsklinikum Heidelberg; Mitglied im Vorstand der Akademie für Ethik in der Medizin; Mitglied der IAG Gentechnologiebericht.)

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und ist im Nachgang als Videomitschnitt unter youtube.com/Futurium und bbaw.de/mediathek verfügbar.