2020

„Brain in a dish“ – Was genau sind Organoide? Aktuelle Entwicklungen, Potenziale und Herausforderungen der Forschung

Eine Online-Diskussion der interdisziplinären Arbeitsgruppe (IAG) "Gentechnologiebericht" in Kooperation mit dem German Stem Cell Network (GSCN), 23. November 2020, 18:00 - 19:30.

Organoide sind stammzellbasierte dreidimensionale Zellstrukturen, die außerhalb des Körpers in Zellkulturen entwickelt werden können und in Aussehen und Funktion bestimmten Organen ähneln wie etwa dem Darm, der Lunge oder dem Gehirn. Ihre zukünftigen Einsatzmöglichkeiten für die biomedizinische Forschung und Medizin sind vielfältig und reichen von Krankheitsmodellierung und Zellkulturexperimenten bis hin zu personalisierten Therapien und Organersatz. Die Veranstaltung bietet einen Überblick über den aktuellen internationalen Forschungsstand und greift die damit verbundenen ethischen und rechtlichen Fragestellungen und gesellschaftlichen Debatten insbesondere in Bezug auf Hirnorganoide auf. Zur Debatte steht beispielsweise, ob zukünftige komplexere menschliche Hirnorganoide Formen von Bewusstsein entwickeln könnten, wie sich ein solches messen ließe und ob gegebenenfalls ethische und rechtliche Schutzansprüche für bewusstseinsfähige Hirnorganoide geltend gemacht werden sollten. Aber auch das Implantieren menschlicher Hirnorganoide in Versuchstiere, sog. Mensch-Tier-Chimären, wirft ethische und rechtliche Fragen auf.

Über derzeitige Entwicklungen, Potenziale und Herausforderungen der Erforschung von Organoiden diskutieren Sina Bartfeld (Nachwuchsgruppenleiterin am Zentrum für Infektionsforschung, Universität Würzburg, IAG Gentechnologiebericht), Jürgen Knoblich (Direktor Institut für Molekulare Biotechnologie, Österreichische Akademie der Wissenschaften), Silke Schicktanz (stellvertretende Direktorin Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Universität Göttingen, IAG Gentechnologiebericht) und Jochen Taupitz (Direktor Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik, Universitäten Heidelberg und Mannheim, IAG Gentechnologiebericht), moderiert von Volker Stollorz (Wissenschaftsjournalist, Geschäftsführer und Redaktionsleiter des Science Media Center, Köln).

Veranstaltungsflyer


 

Genomeditierung beim Menschen? Grundlagen und ethische Aspekte von CRISPR

Lehrerfortbildung, 10. September, 11:30

Genomeditierung und CRISPR/Cas: die neue Methode zur gezielten Änderung von Genomen auf dem Gebiet der Gentechnologien revolutioniert die Grundlagenforschung und wird in der Gesellschaft und unter Forschenden kontrovers diskutiert. Aber was genau passiert da eigentlich im Labor? Darf das Erbgut von menschlichen Embryonen zu Forschungszwecken oder gar zu reproduktiven Zwecken verändert werden? Auf Basis welcher ethischen Kriterien lässt sich hier ein Urteil bilden, welche gesellschaftlichen Kontexte und wissenschaftlichen Fragen gilt es dabei zu berücksichtigen? Wie wird dieses Verfahren in der Öffentlichkeit wahrgenommen und wie wird über diese risikobehaftete Forschung kommuniziert? Im Rahmen von drei Vorträgen wurden wissenschaftliche Grundlagen vermittelt, Anwendungsfelder beim Menschen vorgestellt, aber auch ethische Perspektiven in den Blick genommen und hinterfragt. Zudem wurden „Fake News“ im Bereich der Gentechnologien thematisiert. Nachmittags wurden im Rahmen eines Workshops themenspezifische Lehrmaterialien getestet und diskutiert. Gestaltet wurde die Veranstaltung von Dr. Lililan Marx-Stölting, Angela Osterheider und Anja Pichl. Zielgruppe des Workshops waren Lehrkräfte und Referendarinnen und Referendare der Sekundarstufe des Fachbereichs Biologie.

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