Einzelzellanalyse


Neue Methoden zur gezielten Änderung von Genomen werden unter dem Begriff Genomchirurgie (oder auch „Genome Editing“) zusammengefasst und revolutionieren derzeit die Forschung.

Besonders viel Aufmerksamkeit erregt dabei die CRISPR/Cas-Technik, weil sie präzise, leicht zu handhaben und dadurch kostengünstig ist und sich deshalb sehr schnell verbreitet hat. Das Akronym CRISPR steht für „Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats“ und Cas für „CRISPR-assoziierte“ Proteine. Es handelt sich um ein System, bei dem sich sogenannte „molekulare Scheren“ (die Cas-Proteine) durch Zugabe von Leit-Molekülen (guide-RNA) gezielt an spezifische Sequenzen der Erbinformation (DNA) binden und diese dort schneiden. Durch zelleigene Reparatursysteme können dann an diesen Stellen gezielt Veränderungen im Genom herbeigeführt werden. Dabei können auch mehrere Genomorte gleichzeitig angesteuert werden („Multiplexing“). Die Methode, die ursprünglich auf einem Abwehrsystem von Bakterien gegen Viren basiert, ist universell einsetzbar: sie lässt sich bei Bakterien ebenso anwenden wie bei Pflanzen, Tieren und Menschen. Daher handelt es sich um ein Querschnittsthema der IAG, welches für die verschiedenen Themenbereiche relevant ist, mit denen sie sich beschäftigt. Die IAG hat sich daher bereits verschiedentlich in Veranstaltungen und Publikationen mit der Genomchirurgie befasst. Ein Schwerpunkt lag dabei auf naturwissenschaftlichen, ethischen und rechtlichen Aspekten einer denkbaren Keimbahntherapie beim Menschen.

Mehr zum Thema in unseren Publikationen:

  • Ferdinand Hucho, Julia Diekämper, Heiner Fangerau, Boris Fehse, Jürgen Hampel, Kristian Köchy, Sabine Könninger, Lilian Marx-Stölting, Bernd Müller-Röber, Jens Reich, Hannah Schickl, Jochen Taupitz, Jörn Walter, Martin Zenke, Martin Korte (Hg.): Vierter Gentechnologiebericht. Bilanzierung einer Hochtechnologie. Baden-Baden.(Nomos). 1. Auflage 2018.
  • Bernd Müller-Röber, Nediljko Budisa, Julia Diekämper, Silke Domasch, Boris Fehse, Jürgen Hampel, Ferdinand Hucho, Anja Hümpel, Kristian Köchy, Lilian Marx-Stölting, Bernd Müller-Röber, Jens Reich, Hans-Jörg Rheinberger, Hans-Hilger Ropers, Jochen Taupitz, Jörn Walter und Martin Zenke (Hrsg.): Dritter Gentechnologiebericht. Baden-Baden (Nomos). 1. Auflage 2015: 328 f.
  • Jens Reich, Heiner Fangerau, Boris Fehse, Jürgen Hampel, Ferdinand Huco, Kristian Köchy, Martin Korte, Bernd-Müller Röber, Jochen Taupitz, Jörn Walter, Martin Zenke (Hg.): Genomchirurgie beim Menschen/Human Genome Surgery - Towards a Responsible Evalutation of a New Technology. Berlin (BBAW). 1. Auflage 2015.

 

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